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Krebs in der öffentlichen Wahrnehmung, Teil 2

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Krebs in der öffentlichen Wahrnehmung, Teil 2

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Krebsunterstützung

Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Krebs bestimmt weitgehend die Lebensqualität während der Krankheit. Die Einstellung gegenüber Menschen mit dieser Art von Krankheit hängt hauptsächlich von dem Wissen ab, das wir haben, und von unserer Haltung ihnen gegenüber. Dennoch spielen Stereotypen, die auf der Grundlage der Informationen, die den Einzelnen erreichen, konstruiert werden, eine sehr wichtige Rolle bei der Wahrnehmung kranker Menschen. Daher ist die Gesundheitserziehung und die Vermittlung von korrektem Wissen so wichtig.

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Lebensqualität mit Krebs

Der heutige Stand des medizinischen Wissens lässt keine genaue Prognose für den Patienten zu, so dass ein Zustand der Unsicherheit und des Gefühls der Ohnmacht entsteht. Krebs kann daher sowohl für den Patienten als auch für seine Umgebung zu einer psychologischen Krise werden. Emotionen wie Angst, Wut, Aggression und Reizbarkeit können auftreten. Aufgrund der Variabilität des Krankheitsverlaufs besteht jedoch oft auch die Hoffnung auf Heilung, die mit der Angst vor negativen Folgen der Behandlung konfrontiert wird. Oftmals ist der Krebsprozess mit einer radikalen Operation verbunden (wie bei Brustkrebs). Das psychologische Trauma und die Ängste, die mit dem Fortbestehen der Krankheit verbunden sind, sind ein sehr starkes Element, das die Selbstwahrnehmung und die soziale Rolle der Betroffenen bestimmt. Im Falle einer Frau, die ihre Brust verliert (ein Attribut der Weiblichkeit), besteht die Angst vor dem Zusammenbruch der Familie durch den Weggang ihres Partners. Körperlichkeit spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, insbesondere im Bereich der Sexualität [2].

Der durch Krebs gesetzte Rahmen

Lange Zeit empfand ein erheblicher Teil der Menschen eine Art 'Schrecken' vor Krebs, vor allem aufgrund der Überzeugung, dass es keine Chance auf Heilung gab, dass sie leiden und sterben würden. Da die Ursachen von Krebs so zahlreich sind, sind sie ein großes Rätsel und verursachen Angst - und werden oft als Strafe angesehen. Viele Menschen mit Krebs werden als willensschwach wahrgenommen, als Menschen, die nicht vorsichtig sind und die Risiken nicht abwägen. Das ist es, was manchmal zu sozialer Nichtakzeptanz und Ausgrenzung führt. Das liegt daran, dass die gesellschaftliche Meinung auf Stereotypen beruht - hauptsächlich in Bezug auf die Unheilbarkeit von Krebs oder die ungewisse Zukunft dieser Menschen [3].

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Foto: panthermedia

Lange Zeit wurde Krebs bei der Betrachtung chronischer Krankheiten nicht berücksichtigt, und die meiste Aufmerksamkeit galt Erkrankungen wie Epilepsie oder Multipler Sklerose. Die soziologische Forschung im Bereich der chronischen Krankheiten konzentrierte sich auf die individuellen Erfahrungen mit der Krankheit und die soziale Anpassung der Erkrankten. Viel Aufmerksamkeit wurde dabei dem Problem der sozialen Ausgrenzung dieser Menschen und den Folgen ihrer Misshandlung gewidmet, die sich in sozialer Marginalisierung oder aggressivem Verhalten äußern [3].

*STROINN#

Das Leben mit Krebs stellt eine große Herausforderung dar, insbesondere im Hinblick auf die soziale Definition eines angemessenen 'Rahmens'. Für den Erkrankten kommt eine Art Zwang zum Ausdruck - einen bestimmten Lebensstil zu führen, d.h. auf seine Vorlieben zu verzichten, um das Risiko einer Reaktivierung des Krankheitsprozesses zu verringern. Hinzu kommt, dass der an Krebs Erkrankte einen Kampf ausfechten muss, der oft mit Misserfolgen und einer langwierigen und belastenden Therapie verbunden ist, die oft zu Veränderungen am eigenen Körper und einem Gefühl des Verlusts der Selbstidentität führt. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass Krebs stärker in den Fokus der Soziologie der Krankheit rückt [3].

Auch die gesellschaftliche Einstellung ist unterschiedlich und zumeist verletzend für den Patienten. Sei es, dass man als Zuschauer gar nicht über die Krankheit spricht, weil man meint, das Thema sei nicht präsent, oder dass man den Patienten wie ein Opfer behandelt. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass das Kranksein an sich schon ein ausreichender Grund für Funktionsstörungen und die Wahrnehmung sozialer Rollen ist, so dass die Art und Weise, wie wir uns kranken Menschen nähern, einen erheblichen Einfluss auf ihre Lebensqualität hat [3].