Curcumin wird eher mit einer Gewürzzutat in Verbindung gebracht als mit einem Medikament, das eine wirksame therapeutische Wirkung entfalten kann. Es stellt sich heraus, dass Curcumin eine neue Verwendung gefunden hat, wie ein Forscherteam in London gezeigt hat.
Curcumin rückte vor einigen Jahren in den Mittelpunkt des Interesses der Londoner Wissenschaftler, als sie Patienten beobachteten, die regelmäßig ein wenig Curcumin zu ihrer Nahrung hinzufügten. Schon damals deuteten die ersten Studien darauf hin, dass Curcumin die Netzhautzellen schützt. Leider bestand das Problem in der Durchdringbarkeit des Wirkstoffs direkt in die Netzhaut - das war die Frage, die die Forscher zu lösen beschlossen.
Da Curcumin schlecht wasserlöslich ist, ergibt sich eine ähnliche Situation im Blutkreislauf. Die orale Verabreichung von Curcumin war daher von vornherein zum Scheitern verurteilt, eben wegen seiner schlechten Löslichkeit. Ein Team von Wissenschaftlern des University Collage London und des Imperial Collage London hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Möglichkeit zu entwickeln, Curcumin direkt an die Zellen der Netzhaut zu bringen. Im Labor wurden Tropfen entwickelt und an Modellzellen für Glaukom und an einer Gruppe von Laborratten getestet, die an einer glaukomähnlichen Augenerkrankung litten.
Die Ergebnisse der Studie sind äußerst vielversprechend - die Tiere, die die Tropfen mit Curcumin erhielten, hatten weniger Netzhautzellenverlust, der Zustand der Augäpfel verbesserte sich deutlich. Interessanterweise verursachten die Tropfen keine Nebenwirkungen in Form von Reizungen oder Entzündungen. Steht ein Durchbruch in der Glaukombehandlung bevor?