Das Capgras-Syndrom (Sozja-Syndrom) ist eine psychiatrische Störung, das so genannte wahnhafte Fehlidentifikationssyndrom (DMS), bei dem der Patient spezifische Wahnvorstellungen erlebt.
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Der Patient behauptet, dass eine Person oder eine Gruppe von Personen in seiner Umgebung (Ehefrau, Ehemann, Kind, Kollege, Großeltern, Nachbar, Freund, Postbote) mit einer anderen Person vertauscht/ersetzt wurde, jedoch mit demselben Aussehen, Verhalten, derselben Gestik und Kleidung. Diese Situation gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Gegenstände, Orte oder Tiere.
Die vom Capgras-Syndrom betroffene Person erkennt die Menschen, Gegenstände und Orte in ihrer Umgebung zwar wieder, glaubt aber, dass sie ihre Identität verändert haben (sie fühlt sich nicht mit ihnen verbunden, vertraut ihnen nicht, behandelt sie als Feinde).
Capgras-Syndrom - Ursachen
Die bisher durchgeführten Studien und die Analysen des Zustands der Patienten deuten darauf hin, dass eine der Ursachen für die Entwicklung des Capgras-Syndroms eine Schädigung der neuronalen Strukturen in bestimmten Bereichen des Gehirns sein könnte. Dabei handelt es sich um Strukturen, deren Aufgabe es ist, das Zentrum für Gesichts- und Objekterkennung mit dem limbischen System zu verbinden (das eine Schlüsselrolle dabei spielt, den gesehenen Objekten bestimmte emotionale Zustände zuzuordnen).
Diese Situation kann bei Menschen auftreten, die:
- einen Schlaganfall erlitten haben (Post-Schlaganfall),
- nach einem mechanischen Trauma,
- nach der Ruptur eines Aneurysmas,
- mit zerebralen Blutungen und anderen.
Capgras-Syndrom - Symptome
Wahnvorstellungen dieser Art sind bei Schizophrenen sehr häufig. Das vorherrschende Symptom bei Patienten mit diesem Syndrom ist der Glaube, dass unter anderem eine bekannte Person von einem außerirdischen Wesen oder Doppelgänger "ausgetauscht" wird. Es gibt keine Möglichkeit, dem Patienten zu erklären oder ihn davon zu überzeugen, dass dies nicht geschehen ist. Der Patient lebt mit dieser Überzeugung und spricht darüber, aber er versucht nicht, nach dem Wechselbalg zu suchen, fragt sich nicht, was mit ihm oder ihr passiert ist und wo er oder sie gerade ist. Die ganze Zeit über versucht er oder sie jedoch, die Pläne des 'Hochstaplers' herauszufinden und ihn oder sie vor anderen bloßzustellen. Die Patienten zeigen zwei Arten von Verhalten: Einige fürchten sich vor dem "Hochstapler" und haben Angst vor ihm, andere behandeln ihn als Feind, greifen ihn an und sind ihm gegenüber aggressiv.
Mit dem Fortschreiten der Krankheit werden die Wahnvorstellungen immer stärker und schlimmer. Der Patient redet sich und anderen ein, dass jemand anderes im Haus ist, z. B. indem er seine Sachen umräumt, Gegenstände stiehlt oder persönliche Gegenstände umstellt. Interessanterweise hören sie auch Tiere im Haus. In einer sehr fortgeschrittenen Form der Krankheit beginnt der Patient an sich selbst zu zweifeln und hat Schwierigkeiten, sich selbst im Spiegel zu erkennen (Spiegelfehlerkennungssyndrom).
Capgras-Syndrom - Behandlung
Das Capgras-Syndrom erfordert eine genaue Diagnose und eine angemessene Behandlung. Es handelt sich um eine sehr seltene Erkrankung, bei der der Patient individuell behandelt wird. Geeignete antipsychotische Medikamente und Psychotherapie werden ausgewählt. All dies wird je nach Zustand des Patienten und der Schwere der Erkrankung ausgewählt.