Schlaflosigkeit kann bei einem Patienten bereits auf der Grundlage seiner subjektiven Beschwerden diagnostiziert werden.
Die Kriterien sind Störungen der Dauer oder Qualität des Schlafs, die anhand der vom Patienten empfundenen Berichte beurteilt werden:
- Beeinträchtigung der täglichen Funktionsfähigkeit,
- verminderte Lebensqualität.
Diese Symptome müssen länger als einen Monat andauern. In solchen Fällen lohnt es sich in der Regel, in jedem Fall einen Spezialisten (Psychiater oder Psychologe) aufzusuchen.
Die häufigste Form der Schlaflosigkeit ist die psychophysiologische Schlaflosigkeit. Sie steht im Zusammenhang mit Stress oder schwierigen Lebenssituationen, in deren Folge erhöhte Anspannung und Angst Sie zunächst daran hindern, einzuschlafen und den Schlaf aufrechtzuerhalten, und nach einiger Zeit verfestigen sich diese Muster.
Die zweithäufigste Ursache für Schlaflosigkeit ist RLS ( Restless-Legs-Syndrom), eine neurologische Erkrankung, die eine Behandlung durch einen Spezialisten erfordert.
Die am dritthäufigsten diagnostizierte Ursache für Schlaflosigkeit ist das so genannte verzögerte Schlafphasensyndrom (DSPS). DSPS wird diagnostiziert, wenn die Länge und Qualität des Schlafs des Patienten normal sind, mit einer ausreichenden Anzahl von Stunden Schlaf ohne Aufwachen, aber wenn die Schläfrigkeit zu spät eintritt - meist sogar erst gegen zwei Uhr nachts. In diesem Fall wird eine Schlafhygiene empfohlen und manchmal wird eine Phototherapie eingeleitet - die Bestrahlung mit einer sehr hellen Lampe (2500-10000 Lux) in den frühen Morgenstunden. Dies hat unter anderem eine regulierende Wirkung auf die Zirbeldrüse, Melatonin und letztlich den zirkadianen Rhythmus.
Die entgegengesetzte Situation (viel seltener als DSPS) ist das beschleunigte Schlafphasensyndrom. Es betrifft häufiger ältere Menschen und äußert sich in Form von Schläfrigkeit am frühen Abend und einem Erwachen, nachdem man einige Stunden geschlafen hat - sehr früh am Morgen oder sogar in der Nacht. In ähnlicher Weise wirkt sich eine hohe Lichtintensität am frühen Abend oft positiv aus, unter anderem durch die Hemmung der Melatoninausschüttung in der Zirbeldrüse.