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Bei Kindern aus dem Autismus-Spektrum und mit ADHS ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie gleichzeitig an einer Störung leiden

04-03-2023,
Veronica Janiak

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Bei Kindern aus dem Autismus-Spektrum und mit ADHS ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie gleichzeitig an einer Störung leiden

PantherMedia

Lächelndes Baby

Bei Kindern, bei denen Autismus und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) diagnostiziert werden, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass zusätzliche Störungen wie Entwicklungsverzögerungen oder Angst- und depressive Störungen diagnostiziert werden, als bei Kindern, bei denen nur ADHS oder Autismus diagnostiziert wird. Zu diesem Ergebnis kamen US-Forscher bei der Analyse von Daten aus einer nationalen Erhebung über eine Datenbank von mehr als 6 Millionen Kindern.

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Die Schlussfolgerungen wurden von Forschern präsentiert, die die Ergebnisse der US National Survey of Child's Health analysierten. Ihre Ergebnisse wurden im Januar 2023 in der Zeitschrift Autism Research veröffentlicht.

An der Umfrage, die zwischen 2016 und 2018 durchgeführt wurde, nahmen mehr als 6 Millionen US-Kinder im Alter von drei bis 17 Jahren teil. Die Eltern wurden zu den Erkrankungen ihrer Kinder und der Behandlung, die sie erhalten, befragt. Von den Befragten hatten fast 950.000 die Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung, etwa 4,5 Millionen hatten ADHS und mehr als 740.000 Kinder hatten beide Diagnosen.

Die Schlussfolgerungen der Studie waren eindeutig. Kinder, die sowohl mit einer Autismus-Spektrum-Störung als auch mit einer ADHS-Diagnose belastet waren, litten viermal häufiger an Angststörungen als Kinder mit Autismus allein. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie an depressiven Störungen leiden, war dreimal so hochwie bei der Gruppe mitAutismus-Spektrum-Störung (ASD).

Ein ähnlicher Zusammenhang wurde für Entwicklungs- und Lernstörungen bei Menschen mit ADHS festgestellt. Bei Kindern mit Autismus und ADHS war die Wahrscheinlichkeit von Lernstörungen viermal so hoch wie bei Kindern mit ADHS allein, während das Risiko von Entwicklungsstörungen bei Kindern mit beiden Diagnosen sogar siebenmal so hoch war.

Die Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung und von ADHS wirkt sich auch auf die Art der therapeutischen Interventionen aus. Forscher haben gezeigt, dass Jungen mit Autismus und ADHS deutlich häufiger eine verhaltensbezogene Therapie erhalten als Mädchen. Was die Pharmakologie betrifft, so erhalten Kinder mit beiden Diagnosen diese weitaus häufiger als Kinder aus dem Autismus-Spektrum.

Ursprünglich konnten Autismus-Spektrum und ADHS nicht bei ein und derselben Person diagnostiziert werden. Dies wurde durch Änderungen an der US-Klassifikation psychischer Störungen DS-5(Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) ermöglicht, die 2013 in Kraft traten.